Donnerstag, 7. Mai 2026

Vesta

Vesta ist die römische Göttin des heiligen Feuers, der Reinheit und des Herds.

In der römischen Mythologie nimmt Vesta, die Göttin des Herdfeuers, einen einzigartigen Platz ein. Sie war kein Kriegsgott, keine Liebesgöttin, keine Jägerin – und doch zählte sie zu den zentralen Säulen des römischen Staates. Als Göttin des Haushalts, der Reinheit und des heiligen Feuers symbolisierte sie den innersten Kern römischer Identität: die Familie, das Haus, den Staat.

Vesta war eine der ältesten Gottheiten des römischen Pantheons und stammte aus der ersten Generation der Götter. Ihre Eltern sind Saturnus und Ops. Als ihre Geschwister sind Jupiter, Neptun, Pluto, Juno und Ceres zu nennen. Es gab weder eine Ehe- oder Liebesverbindung noch Kinder. 

Vesta bliebt unverheiratet und jungfräulich. Sie hatte Jupiter darum gebeten. Er gewährte ihr den Wunsch. Und er versprach ihr die erste Opfergabe bei jedem Ritual. Ihre "Reinheit" war somit die Grundlage ihrer kultischen Bedeutung. 

Im Gegensatz zu dramatischen Mythen anderer Götter ist Vesta eher von ritueller und kultischer Natur. Dennoch existieren einige bedeutende Legenden.

Wie ihre Geschwister hat Saturn sie verschlungen, um seinen Machtverlust zu verhindern. Jupiter rettete sie, indem er Saturn zum Erbrechen zwang. Nach ihrer Befreiung bat sie um ewige Jungfräulichkeit. Für sie war das ein Akt spiritueller Unabhängigkeit.

Vesta ist untrennbar mit dem ewigen Feuer im Tempel auf dem Forum Romanum verbunden. Das Feuer durfte niemals ausgehen, da es als Lebensquelle Roms galt. Sein Erlöschen wurde als Unheil für den Staat angesehen.

Sechs Priesterinnen dienten Vesta als Hüterinnen des Feuers, die Vestalinnen. Sie mussten jungfräulich bleiben. Wurde eine Vestalin entweiht, hat man sie bei lebendigem Leib begraben. Diese drastische Strafe sollte die Reinheit der Göttin schützen.

Vesta war keine Gottheit des Kampfes oder der Naturgewalten. Ihre Macht war ihre stille, aber zentrale Präsenz in Rom.

Ihr Herdfeuer war das Zentrum des römischen Hauses und Symbol für Wärme und Gemeinschaft. Vesta war die Schutzgöttin von Haus und Familie, des Haushalts, der Mütterlichkeit und des häuslichen Friedens

Der Vesta Tempel auf dem Forum Romanum

Vesta war für die Römer zentral wichtig, weshalb ihr Tempel natürlich in bester Lage auf dem Forum Romanum stand. 

Der Tempel der Vestalinnen in Rom
Der Tempel der Vestalinnen in Rom

Dieser Tempel ist sehr alt. Der erste Tempelbau wurde auf Initiative von Numa Pompluns errichtet, des sagenhaften zweiten Königs von Rom. Er regierte von 715 v.Chr. bis zu seinem Tod im Jahr 672 v.Chr.

Der Tempel hatte die Form einer Hütte. Das sollte an die ersten Behausungen der Römer erinnern.

Im Inneren des Tempel brannte ein ewiges Feuer. In der Mitte des Dachs war eine Öffnung, so dass der Rauch abziehen konnte.

Es gab sechs Priesterinnen der Vesta. Sie wurden im Alter von sechs bis 10 Jahren berufen und dienten der Göttin mindestens für 30 Jahre. In der Spätantike waren es sieben Priesterinnen. 

Die Priesterinnen lebten im Haus der Vestalinnen. Das lag gleich neben dem Tempel. 
Sie waren der Göttin geweiht und mussten keusch bleiben. In gewisser Weise erinnert ihr Lebensstil an den der christlichen Nonnen oder Diakonissen, die wir ja heute noch kennen.
Die Hauptaufgabe der Vestalinnen war, das ewige Herdfeuer zu hüten. Erlosch dieses, galt das als großes Unglück für die Stadt Rom. Die dafür verantwortliche Priesterin wurde hart bestraft.

Im Tempel wurden die Penaten des römischen Staates aufbewahrt. Das waren die Schutzgötter der Vorräte. Ihr Altar war der Herd des Hauses. Das ist auch der Grund, weshalb die Vestalinnen darauf achten mussten, dass der Herd nicht erlischt. Einmal im Jahr, am 1. März, wurde das Feuer neu entfacht.

Auch wurden verschiedene Gegenstände aufbewahrt, die Aeneas (angeblich) aus Troja mitgebracht hatte. Er war zudem als Aufbewahrungsort wichtiger Dokumente sehr beliebt. Denn der Tempel galt als unantastbar, die Dokumente waren sicher. 

Der alte Tempel wurde mehrfach zerstört. Das letzte Feuer brannte ihn im Jahr 191 ab. Unter dem Kaiser Septimius Severus wurde ein neues Gebäude errichtet, dessen Ruinen wir heute noch sehen. Die Leitung des Baus hatte Julia Domna, die Ehefrau des Kaisers.

Die heutige Form stammt allerdings aus dem Jahr 1930. Damals hat man die gefundenen Ruinen wieder zu dem zusammengefügt, war wir heute noch sehen. Wie der Tempel in der Antike ausgesehen hat, konnte inzwischen sehr gut rekonstruiert werden. Details seht Ihr auf der Seite des digitalen Forum Romanum.

Der Tempel spielt übrigens als Gründungsmythos auch der Vereinigten Staaten von Amerika eine Rolle. Und in der Serie those about to die kam er auch vor. Wenn Du mehr darüber wissen möchtest, lies bitte meinen Artikel über den Vesta-Tempel in Rom.


Vesta in der griechischen Mythologie

Die Entsprechung für Vesta im griechischen Pantheon ist Hestia (Ἑστία). Auch sie ist zuständig für Haus, Herd und öffentliche Ordnung.

Es gibt aber einen Unterschied. Für Vesta gab es einen zentralen Tempel in Rom mit den Vestalinnen als Priesterinnen. Derart zentralisiert war der Kult um Hestia nicht. Auch war der Kult um Hestia nicht mit einer ähnlich staatstragenden Funktion institutionalisiert wie in Rom.

Freitag, 10. April 2026

Das Olympieion in Athen

Man nennt es auch den Tempel des Olympischen Zeus: Das Olympieion.
Das Olympieion
Den Bau begonnen hat man im 6. Jahrhundert vor Christus. 

Fertiggestellt wurde es unter Kaiser Hadrian um 131/32 nach Christus. 

Das Olympieion diente der Verhehrung des Göttervaters Zeus und war zu seiner Zeit einer der größten Tempel im antiken Griechenland. 

Möchtest Du mehr wissen? Dann lies meinen Beitrag über das Olympieion im Hellas Blog

Im Januar 2023 habe ich ein kurzes Video über das Olympieion gemacht. Du findest es in meinem YouTube Kanal. 


Derzeit finden am Olympieion Renovierungsarbeiten statt. Lies den Bericht dazu im Hellas Blog. Ich war zuletzt im November 2025 dort. Ich bin der Meinung, dass sich ein Besuch nicht lohnt, solange die Arbeiten auf dem Gelände andauern.

Wenn Du in Athen bist, dann geh ruhig vorbei. Ist das Baugerüst noch da, dann spar Dir den Eintritt. Alles Interessante kannst Du auch von außen sehen.


Sonntag, 5. April 2026

Jesus ist auferstanden von den Toten

Dass Jesus von den Toten auferstanden ist, bildet für die Christen eine absolute Grundlage ihrer Religion. Mit gutem Grund bezeichnen viele die Auferstehung Christi als die wohl bedeutsamste Begebenheit, die im Neuen Testament geschildert wird.

Die Auferstehung Christi als historische Tatsache

Interessanterweise ist der Vorgang der Auferstehung nirgends in der Bibel beschrieben. In den Evangelien erfahren wir von ihr als einer Tat, die Menschen weder beobachtet noch sonst beeinflusst haben.

Jesus is risen
Markus beschreibt es in Buch 16 ab Vers 4 sehr anschaulich. Maria, Jesus Mutter, geht zusammen mit Maria Magdalena zum Grab. Das ist offen, Jesus ist nicht mehr da. Dafür treffen sie einen jungen Mann. Der berichtet ihnen, dass Jesus auferstanden ist. Sie sollen zu den Jüngern gehen und ihnen das berichten. Die beiden Frauen sind entsetzt und fliehen. Zunächst sagen sie niemandem etwas davon. Jesus erschien dann Maria Magdalena. Die traute sich anschließend doch, anderen von der Auferstehung zu berichten.

 

Dieses Zeugnis ist elementar für die Urchristen. Es beweist ihnen, dass Jesus der Messias ist. Auch verbindet sich damit der Glaube an Rettung und das ewige Leben. Das wissen wir von Paulus, der selbst ja kein Jünger war. Davon lesen wir im 1. Brief an die Korinther (15, 4-8).

 

Für die Historizität der Auferstehung Christi werden von Gläubigen vielfach Belege aus der Bibel angeführt. Ich finde, als Gläubiger kann man das so machen. Für mich gibt es da aber noch ein anderes Argument. Schon früh wurde das Christentum verfolgt und vom Heidentum der Antiken Welt als Gegner begriffen.


Römer haben Beute in Jerusalem gemacht

Der antike Autor Flavius Josephus war selbst Jude, aber auch römischer Bürger. Während der Niederschlagung des Judäischen Aufstands stand er auf der Seite der römischen Sieger. Er begleitete Vespasians Sohn Titus und war Zeuge der Eroberung von Jerusalem im Jahr 70 n.Chr. Darüber hat er mehrere Werke verfasst. In ihnen berichtet er von der Auferstehung Christi. Auch wenn er selbst später lebte als Jesus, war er zeitlich doch noch nahe am Geschehen dran. Hätte es in der heidnischen Welt Zweifel an der Auferstehung gegeben, hätte es nahegelegen, diese Zweifel zu erwähnen. Das hat er aber nicht getan, sondern die Auferstehung als Tatsache berichtet. Die Authentizität des Textes wurde zwar verschiedentlich in Zweifel gezogen, aber nicht widerlegt.

 

Auch Tacitus ist eine weitere in diesem Kontext zu nennende Quelle. In seinen Annalen (15, 44) berichtet er über die Christen, von denen er nichts hält. Auch hier hätte es nahegelegen, von Zweifeln an der Auferstehung Christi zu berichten. Auch das hat er nicht getan.

 

Losgelöst von meinem eigenen Glauben sind dies ganz starke Indizien dafür, dass die Geschichte von der Auferstehung Christi auf einer wahren Begebenheit beruht.

 

Deshalb dürfen wir gerne sagen, dass Christus auferstanden ist von den Toten. In diesem Sinne wünsche ich Euch allen frohe Ostern.

 

 

Lieder über Christi Auferstehung

 

Seit es das Christentum gibt, besingen die Menschen die Auferstehung Christi. Ich habe dazu selbst einen Text geschrieben, der von der Suno AI als Gospel umgesetzt wurde. Ich finde das Ergebnis gelungen und wünsche Euch viel Spaß beim Anhören.





Das Lied heißt Jesus is risenSein Text lautet:

 

It was in the night

He went into the garden

His heart was full of fright

He was betrayed without pardon

He got a kiss

A deadly kiss

By his friend

His dear friend

 

They sentenced him to death

To death

Crucified him

With all their wrath

But he returned

To eternal life

He died to safe us all

He saved us all

He saved us all

 

 

It was the Friday

He had to go to Golgatha

He had to carry the cross

They crucified him that day

Heaven gave a sign

And then he died

Was put to his grave

Where he slept three nights

 

They sentenced him to death

To death

Crucified him

With all their wrath

But he returned

To eternal life

He died to safe us all

He saved us all

He saved us all

 

 

He went to the Lord

His dear father in heaven

His father sent him back

He came back to life

Jesus came back to preach

And to save every human being

He has risen from the dead

Because the Lord loves every human being

 

They sentenced him

To death

Crucified him

With all their wrath

But he returned

That’s Easter morning

He’s there to safe us all

He saves us all

Samstag, 21. März 2026

Neptunus

Der römische Gott Neptunus war der Herr der Wasserwelten. Nicht nur das Meer, sondern auch Flüsse, Quellen und Seen waren sein Reich.  Seine Figur ist eng mit dem griechischen Poseidon verwoben, weist aber dennoch eigenständige römische Züge auf.

In der römischen Mythologie übernahm Neptun viele Erlebnisse des griechischen Poseidon, wurde aber auch als eigenständiger Gott dargestellt. Zu seinen wichtigsten mythologischen Handlungen gehört die Teilnahme an der Erschaffung der Weltordnung nach dem Sturz der Titanen.

Neptunus ist der Sohn des Saturnus und der Ops. Seine Geschwister sind Jupiter (Gott des Himmels und König der Götter), Pluto (Gott der Unterwelt), Juno (Göttin der Ehe), Ceres (Göttin der Fruchtbarkeit) und Vesta (Göttin des Herdfeuers).

Wie seine Brüder wurde Neptun von seinem Vater verschlungen und später von Jupiter wieder befreit. Nach dem Sturz des Saturn teilten die drei Brüder die Herrschaft über die Welt auf: Jupiter erhielt den Himmel, Pluto die Unterwelt und Neptun das Meer.

Neptuns Ehefrau ist Salacia, eine Meeresgöttin, die mit der griechischen Amphitrite identifiziert wird. Gemeinsam hatten sie mehrere Kinder, darunter den Triton, einen Meeresgott mit dem Oberkörper eines Menschen und dem Schwanz eines Fisches. Manche antike Quellen nennen auch Proteus oder einen Delphin als Kinder oder Begleiter Neptuns. Neptun wird außerdem mit diversen Geliebten und außergöttlichen Affären in Verbindung gebracht, etwa mit Medusa oder mit dem jungen Pelops.

Ein zentrales Motiv ist sein Zorn: Wie der griechische Poseidon konnte auch Neptun durch sein Dreizack Erdbeben hervorrufen. So wird berichtet, dass er ganze Landstriche überschwemmte oder schiffbrüchige Helden wie Aeneas oder Odysseus auf eine harte Probe stellte.

Neptun wird auch als Pferdegott verehrt, was sich in der Legende seiner Erfindung des Pferdes ausdrückt.

Sonntag, 15. März 2026

Köln 1946 - das Leben kehrt zurück

Ich möchte Euch heute ein Foto aus Köln im Jahr 1946 zeigen.

Köln 1946: Hohenzollernbrücke und Dom
Köln 1946: Hohenzollernbrücke und Dom

Das Bild dürfte ziemlich genau dort entstanden sein, wo heute der Anleger Nr. 5 ist.

In der Nähe erinnert heute ein Mahnmal an furchtbare Dinge, die kurz vor Aufnahme des Fotos noch passiert sind. Die Herrschaft der Nazis, der von ihnen angezettelte 2. Weltkrieg und all die damit verbundenen Verbrechen waren beendet. Ich meine das Mahnmal für schwule und lesbische Opfer des Nationalsozialismus

Im Hintergrund sehen wir den Kölner Dom, der sichtlich von den Bombenangriffen des gerade erst zu Ende gegangenen 2. Weltkriegs gezeichnet ist. Davor sehen wir die Trümmer der Hohenzollernbrücke.

Im Vordergrund sehen wir einen Tisch, an dem drei Menschen sitzen. Zwei sind ganz klar als Männer zu erkennen. Anhand der Kopfbedeckung vermute ich, dass es sich bei der dritten Person um eine Frau handeln könnte. Vor ihnen steht ein Glas mit einem dunklen Getränk. Vielleicht handelt es sich um ein Dunkelbier, dass diese Personen im Schein der Sonne genießen.

Richtig ins Gesicht sehen kann man nur dem Mann vorne rechts. Er sieht gezeichnet aus. Das Bild ist vermutlich im Frühjahr 1946 entstanden. Die Personen sitzen zwar in der Sonne, sind aber recht warm angezogen. Auch ist die Vegetation noch nicht allzu üppig.

Woran mögen diese Menschen denken? Hat der Mann, dessen Gesicht wir sehen, im Krieg etwas Schreckliches erlebt? Ist ihm Unrecht widerfahren? Hat er Unrecht getan? Ich weiß es nicht, da ich nicht herausfinden konnte, um wen es sich handelt. Was ich sehe ist ein Mensch, dem die Jahre zuvor schlimm mitgespielt haben müssen. Das Leben scheint zurückzukehren in Köln und auch zu diesen Menschen. Aber die Spuren des Schreckens sind nicht zu übersehen.

Das alles ist jetzt 80 Jahre her. Wir sollten nicht vergessen, was damals geschehen ist und dafür einstehen, dass so etwas nie wieder passiert.



Donnerstag, 12. Februar 2026

Juno

Juno war Schwester und Gemahlin des Jupiter. Das machte sie zur mächtigen Königin des Himmels.

Juno auf einer Jupitersäule (Archäologisches Museum Frankfurt)
Juno auf einer Jupitersäule
(Archäologisches Museum Frankfurt)

Die mächtige Königin der römischen Götter spielte eine zentrale Rolle in der Mythologie und Religion des antiken Rom. Als Beschützerin der Frauen, der Ehe und der Fruchtbarkeit war sie weit mehr als nur die Gemahlin Jupiters. Juno verkörperte Majestät, Macht und das weibliche Prinzip in seiner ehrwürdigsten Form. 

Juno gehört zur ältesten Göttergeneration des römischen Pantheons. Ihre Eltern sind Saturnus und Ops. Damit ist sie Schwester von Jupiter, Neptun, Pluto, Vesta und Ceres.

Juno ist mit Jupiter verheiratet, dem obersten Gott des römischen Pantheons. Gemeinsam mit ihm hat sie Mars, den Kriegsgott, und Vulcanus, den Schmiedegott, gezeugt. In manchen Überlieferungen wird auch Bellona als ihre Tochter genannt.

Juno wird, anders als ihr griechisches Gegenstück Hera, kaum mit eigenen Liebhabern oder Affären in Verbindung gebracht. Ihre Rolle als Ehefrau Jupiters unterstreicht vielmehr ihre Funktion als Symbol ehelicher Treue und würdevoller Weiblichkeit.

In der römischen Mythologie wird Juno weniger durch spektakuläre Einzelmythen als durch ihre ständige Präsenz als wachsame und oft eifersüchtige Göttin geprägt. Wie ihre griechische Entsprechung Hera wird sie oft als eifersüchtige Gemahlin dargestellt, die die Affären Jupiters mit Sterblichen und Nymphen argwöhnisch verfolgt.


Donnerstag, 5. Februar 2026

Poseidon

Poseidon, der gewaltige Gott des Meeres, zählt zu den zentralen Gestalten der antiken griechischen Mythologie. Als einer der zwölf olympischen Götter herrschte er nicht nur über das Wasser, sondern war auch mit Erdbeben und Pferden verbunden. 

Das war Poseidon

Seine Gestalt faszinierte die antiken Griechen ebenso wie spätere Generationen – als Symbol unkontrollierbarer Naturgewalten, göttlicher Macht und unerschöpflicher Energie. 

Poseidon
Poseidon (Bild generiert von KI)

Poseidon ist der Sohn der Titanen Kronos und Rhea. Damit ist er ein Bruder von Zeus, Hades, Hera, Hestia und Demeter. Wie seine Geschwister wurde auch er von seinem Vater Kronos verschlungen und erst später von Zeus wieder befreit.

Nach dem Sturz des Kronos teilten sich die drei Brüder die Welt: Zeus erhielt den Himmel, Hades die Unterwelt und Poseidon das Meer.

Poseidons Frau ist die Meeresnymphe Amphitrite, Tochter des Nereus. Sie gebar ihm mehrere Kinder, darunter Triton, einen Meeresgott mit menschlichem Oberkörper und Fischschwanz. Neben seiner Ehe hatte Poseidon zahlreiche Affären:

  • Mit der Gorgone Medusa zeugte er Pegasos, das geflügelte Pferd.
  • Mit Tyro hatte er die Zwillinge Pelias und Neleus.
  • Mit Aithra zeugte er Theseus, den späteren Helden von Athen (neben Aigeus).
  • Weitere Kinder waren Polyphem, der Kyklop, und Orion, der Riese.

Poseidons Nachkommen waren oft Giganten, Helden oder Monster – stets Ausdruck seiner mächtigen, wilden Natur.

Wesentliche Erlebnisse nach der griechischen Mythologie

Poseidon spielte in vielen Mythen eine zentrale Rolle:

  • Der Gigantenkrieg: Poseidon kämpfte an der Seite der olympischen Götter gegen die Giganten.
  • Der Streit mit Athena: Er bewarb sich um die Schirmherrschaft Athens, verlor jedoch gegen Athena, die den Olivenbaum erschuf – Poseidon hatte nur eine Salzwasserquelle entstehen lassen.
  • Poseidon und Troja: Er baute gemeinsam mit Apollo die Mauern von Troja, wurde jedoch von König Laomedon betrogen. Zur Strafe schickte er ein Seeungeheuer gegen die Stadt.
  • Odysseus: In Homers „Odyssee“ ist Poseidon der erbitterte Feind des Helden Odysseus, den er wegen der Blendung seines Sohnes Polyphem jahrelang nicht nach Hause kehren lässt.
  • Der Bau von Atlantis: In Platons Dialog „Kritias“ wird Poseidon als Erbauer der mythischen Insel Atlantis dargestellt, die er mit sterblichen Nachkommen besiedelte.

Poseidons Stellung im griechischen Pantheon

Im olympischen Pantheon war Poseidon der Herrscher über alle Gewässer: Meere, Flüsse, Seen und Quellen. Er war der zweite mächtigste Gott nach Zeus. Seine Zuständigkeiten umfassten:

  • Meeresgewalten: Kontrolle über Wellen, Stürme, Schiffbruch.
  • Erdbeben: Sein Beiname „Enosichthon“ („Erderschütterer“) bezieht sich auf seine Fähigkeit, mit seinem Dreizack die Erde erbeben zu lassen.
  • Pferde: Poseidon galt als Erfinder der Pferde und wurde auch als „Hippios“ („der Pferdegott“) verehrt.
  • Beschützer von Seefahrern: Vor allem in einer seefahrenden Nation wie Griechenland war sein Beistand essentiell.

Verehrung: Tempel und Heiligtümer

Poseidon wurde in ganz Griechenland verehrt, besonders aber in Küstenregionen und bei Seefahrern.

Wichtigstes Heiligtum:

  • Poseidonheiligtum am Kap Sounion: Dieses majestätisch über dem Ägäischen Meer gelegene Heiligtum war das bedeutendste Poseidon-Heiligtum. Es diente den Seeleuten als Ort des Gebets vor langen Reisen.

10 bekannte Tempel des Poseidon:

  1. Kap Sounion (Attika)
  2. Isthmia bei Korinth – bedeutendes panhellenisches Heiligtum mit Spielen
  3. Kalaureia (Poros)
  4. Thermos (Aitolien)
  5. Tainaron (Lakonia) – Ort eines berühmten Poseidonorakels
  6. Helike (Achaia) – durch Erdbeben zerstört, einst große Kultstätte
  7. Delphi (Nebenkultstätte zum Apollonheiligtum)
  8. Rhodos (Lindos)
  9. Pylos (Messenien)
  10. Tenos (Kykladen) – Heiligtum mit Verbindung zu Poseidons Sohn Aeolos