Mittwoch, 1. Juli 2026

Polyphem, der Kyklop

 Polyphem ist ein Kyklop der griechischen Mythologie. Er ist ein einäugiger Riese, Sohn Poseidons und der Nymphe Thoosa. Die älteste Quelle steht in Homers Odyssee. Viele Quellen nennen nur ein Auge auf der Stirn.

Polyphem
(BIld generiert von KI)

Polyphem lebt allein in einer Höhle an einer bewaldeten Küste. Er hütet Schafe und Ziegen in der Heimat der Kyklopen. Odysseus landet nach dem Trojanischen Krieg auf einer nahen Insel. Am nächsten Tag besucht er die Küste der Kyklopen.

Odysseus betritt mit zwölf Männern die Höhle und nimmt Vorräte. Polyphem kehrt abends zurück, verschließt die Höhle mit einem Felsblock. Er verspottet Gastrecht und Götter und frisst zwei Männer. Die Griechen töten ihn nicht wegen des Felsens am Eingang.

Am nächsten Tag frisst er zwei weitere Männer. Odysseus bietet starken Wein und nennt seinen Namen als „Niemand“. Polyphem verspricht, Niemand zuletzt zu verspeisen. Polyphem schläft ein, die Männer blenden ihn mit einem glühenden Pfahl.

Die anderen Kyklopen hören ihn schreien und missverstehen die Worte. Er sagt, Niemand verletze ihn mit List und nicht mit Gewalt. Sie denken, Polyphem sei geisteskrank und unternehmen nichts.

Odysseus und seine Männer fliehen unter den Bäuchen der Schafe aus der Höhle. Polyphem tastete die Rücken der Schafe ab, bemerkt die fliehenden Männer aber nicht.

Diese erreichen ihr Schiff und setzen zur Flucht an. Odysseus verspottet den Blinden und nennt seinen wahren Namen. Polyphem wirft mit Felsen, die jedoch nicht treffen.

Aber Polyphem erinnert sich an den Seher Telemos. Der hatte ihn einst vor Odysseus und dem Verlust seines Auges gewarnt. Jetzt fleht er seinen Vater Poseidon um Rache an Odysseus an. Poseidon erhört ihn und verlängert die Heimreise des Helden. Odysseus irrt zehn Jahre, seine Mannschaft stirbt auf der Fahrt. Athene und Zeus sichern schließlich seine Rückkehr nach Ithaka.

Die Episode zeigt List und Mut der Menschen sowie die Macht der Götter. Als ich die Odyssee erstmals gelesen habe, tat Polyphem mir aber irgendwie auch leid. Denn er blieb geblendet zurück und musste mit seinem Schicksal irgendwie zurechtkommen. Ob und wie ihm das gelang, hat Homer nicht berichtet.

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