Samstag, 21. März 2026

Neptunus

Der römische Gott Neptunus war der Herr der Wasserwelten. Nicht nur das Meer, sondern auch Flüsse, Quellen und Seen waren sein Reich.  Seine Figur ist eng mit dem griechischen Poseidon verwoben, weist aber dennoch eigenständige römische Züge auf.

In der römischen Mythologie übernahm Neptun viele Erlebnisse des griechischen Poseidon, wurde aber auch als eigenständiger Gott dargestellt. Zu seinen wichtigsten mythologischen Handlungen gehört die Teilnahme an der Erschaffung der Weltordnung nach dem Sturz der Titanen.

Neptunus ist der Sohn des Saturnus und der Ops. Seine Geschwister sind Jupiter (Gott des Himmels und König der Götter), Pluto (Gott der Unterwelt), Juno (Göttin der Ehe), Ceres (Göttin der Fruchtbarkeit) und Vesta (Göttin des Herdfeuers).

Wie seine Brüder wurde Neptun von seinem Vater verschlungen und später von Jupiter wieder befreit. Nach dem Sturz des Saturn teilten die drei Brüder die Herrschaft über die Welt auf: Jupiter erhielt den Himmel, Pluto die Unterwelt und Neptun das Meer.

Neptuns Ehefrau ist Salacia, eine Meeresgöttin, die mit der griechischen Amphitrite identifiziert wird. Gemeinsam hatten sie mehrere Kinder, darunter den Triton, einen Meeresgott mit dem Oberkörper eines Menschen und dem Schwanz eines Fisches. Manche antike Quellen nennen auch Proteus oder einen Delphin als Kinder oder Begleiter Neptuns. Neptun wird außerdem mit diversen Geliebten und außergöttlichen Affären in Verbindung gebracht, etwa mit Medusa oder mit dem jungen Pelops.

Ein zentrales Motiv ist sein Zorn: Wie der griechische Poseidon konnte auch Neptun durch sein Dreizack Erdbeben hervorrufen. So wird berichtet, dass er ganze Landstriche überschwemmte oder schiffbrüchige Helden wie Aeneas oder Odysseus auf eine harte Probe stellte.

Neptun wird auch als Pferdegott verehrt, was sich in der Legende seiner Erfindung des Pferdes ausdrückt.

Sonntag, 15. März 2026

Köln 1946 - das Leben kehrt zurück

Ich möchte Euch heute ein Foto aus Köln im Jahr 1946 zeigen.

Köln 1946: Hohenzollernbrücke und Dom
Köln 1946: Hohenzollernbrücke und Dom

Das Bild dürfte ziemlich genau dort entstanden sein, wo heute der Anleger Nr. 5 ist.

In der Nähe erinnert heute ein Mahnmal an furchtbare Dinge, die kurz vor Aufnahme des Fotos noch passiert sind. Die Herrschaft der Nazis, der von ihnen angezettelte 2. Weltkrieg und all die damit verbundenen Verbrechen waren beendet. Ich meine das Mahnmal für schwule und lesbische Opfer des Nationalsozialismus

Im Hintergrund sehen wir den Kölner Dom, der sichtlich von den Bombenangriffen des gerade erst zu Ende gegangenen 2. Weltkriegs gezeichnet ist. Davor sehen wir die Trümmer der Hohenzollernbrücke.

Im Vordergrund sehen wir einen Tisch, an dem drei Menschen sitzen. Zwei sind ganz klar als Männer zu erkennen. Anhand der Kopfbedeckung vermute ich, dass es sich bei der dritten Person um eine Frau handeln könnte. Vor ihnen steht ein Glas mit einem dunklen Getränk. Vielleicht handelt es sich um ein Dunkelbier, dass diese Personen im Schein der Sonne genießen.

Richtig ins Gesicht sehen kann man nur dem Mann vorne rechts. Er sieht gezeichnet aus. Das Bild ist vermutlich im Frühjahr 1946 entstanden. Die Personen sitzen zwar in der Sonne, sind aber recht warm angezogen. Auch ist die Vegetation noch nicht allzu üppig.

Woran mögen diese Menschen denken? Hat der Mann, dessen Gesicht wir sehen, im Krieg etwas Schreckliches erlebt? Ist ihm Unrecht widerfahren? Hat er Unrecht getan? Ich weiß es nicht, da ich nicht herausfinden konnte, um wen es sich handelt. Was ich sehe ist ein Mensch, dem die Jahre zuvor schlimm mitgespielt haben müssen. Das Leben scheint zurückzukehren in Köln und auch zu diesen Menschen. Aber die Spuren des Schreckens sind nicht zu übersehen.

Das alles ist jetzt 80 Jahre her. Wir sollten nicht vergessen, was damals geschehen ist und dafür einstehen, dass so etwas nie wieder passiert.